Wir wollen streiken

 

… weil wir in einer Welt leben wollen, in der jede Arbeit gesehen und geschätzt wird. Denn die Basis unserer Gesellschaft ist die unbezahlte Sorgearbeit.

… weil wir uns nicht länger ausbeuten lassen, weder zu Hause, noch bei der Lohnarbeit.

… weil unsere Zeit uns gehören soll und wir selbst bestimmen wollen, wann und wie wir arbeiten.

… weil wir das Ende des Personalnotstands in der Pflege und Kinderbetreuung, des Mangels an kostenloser, guter Kinderbetreuung, die Aufwertung der Hebammen- und Reinigungsarbeit und bessere Bedingungen im Einzelhandel fordern.

… weil wir nicht länger zulassen, dass schlecht bezahlte (Sorge-)Arbeit auf Frauen* in unsicheren und rechtlosen Verhältnissen abgewälzt werden.

… weil wir selbst über unseren Körper bestimmen wollen und ob und wann wir schwanger werden und ob wir eine ungewollte Schwangerschaft beenden.

… weil wir keine starre Einteilung in Mann* und Frau* brauchen, sondern eine Anerkennung und Geschlechtergerechtigkeit für trans-Männer*, -Frauen*, nicht-binäre und Interpersonen.

… weil wir selbst entscheiden wollen, wen wir lieben, ob, wann und mit wem wir Sex haben.

… weil wir wollen, dass keine von uns abgewertet oder kriminalisiert wird, weil sie* Sexarbeiter*in ist.

… weil wir uns nicht länger vorschreiben lassen, was oder wen wir schön finden, wie wir auszusehen oder uns zu kleiden haben.

… weil wir so zusammenleben wollen, dass niemand von der Gesellschaft be-hindert wird.

… weil wir nicht länger hinnehmen werden, dass Frauen* und Queers* sexuelle Übergriffe erleiden oder ermordet werden.

… weil wir klar machen wollen, dass Gewalt nicht erst bei Schlägen anfängt, sondern bei psychischen und verbalen Verletzungen, Bevormundungen jeglicher Art und Isolierung von der Außenwelt.

… weil wir nicht für einen Schutz vor Männern* kämpfen, sondern für ein Ende jeder Gewalt. Jeder Angriff auf eine Frau* ist ein Angriff auf uns alle!

…weil wir nicht länger hinnehmen wollen, dass Kriege täglich hunderte Menschen vertreiben und töten.

… weil es nicht sein darf, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken und die, die es nach Deutschland schaffen, entrechtet, ausgegrenzt und angegriffen werden.

… weil wir uns gegen Lagerunterbringung, Abschiebung und Behördenschikanen z.B. racial profiling wehren.

… weil wir alle das gleiche Recht auf Gesundheitsversorgung, Bildung und Wohnraum haben und eine kostenfreie und gute soziale Infrastruktur für alle brauchen!

… weil wir nicht länger zusehen werden, wenn weltweit die Natur derart zerstört wird, dass unser aller Leben gefährdet ist. Denn auch deutsche Unternehmen sind verantwortlich für die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen in viele Teilen der Welt. Der Frauen*streik ist auch ein Streik für die Erhaltung der Umwelt und die nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen für alle!

… weil wir gegen rechte Politik und den Aufstieg rechter Parteien und Bewegungen kämpfen.

… weil wir uns gegen Gesetze wehren, die uns ungleich machen, trennen und kriminalisieren.

… weil wir uns nicht länger in Frauen* und Queers* mit oder ohne deutschen Pass, Migrantinnen* und Deutsche, spalten und gegeneinander ausspielen lassen.

* Das Sternchen soll verdeutlichen, dass es sich bei Geschlecht um ein Spektrum vielfältigster Geschlechtsidentitäten, Körperlichkeiten und Ausdrucksweisen handelt. Wenn also von »Frauen*« die Rede ist, sind nicht nur cis-Frauen gemeint, also Frauen, bei denen Geschlechtsidentität und bei der Geburt zugewiesenes Geschlecht übereinstimmen. Das Sternchen dient der Inklusion diverser Geschlechtsidentitäten, welche jedoch als »Frauen« behandelt werden.